American Firefighter in Chemnitz

Besonders weit gereiste Gäste konnten die Kameraden der Berufsfeuerwehr Chemnitz am 7. Oktober 2019 begrüßen: Kollegen aus Orange City und San Francisco besuchten im Rahmen eines Austauschprogrammes des EuroFire e. V. das historische Gebäude der Feuerwache 1 an der Schadestraße.

Der Verein aus Markkleeberg, der sich seit 1993 aktiv dem internationalen Feuerwehraustausch und der grenzüberschreitenden Katastrophenhilfe widmet, hatte die amerikanischen Kollegen eingeladen und zusammen mit dem Kreisfeuerwehrverband Erzgebirge e. V. und dem Landesfeuerwehrverband Sachsen e. V. ein umfangreiches Tagesprogramm vorbereitet, welches die Gäste quer durch das Erzgebirge führen wird.

In Chemnitz interessierten sich die Firefighter aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten besonders für die Fahrzeugflotte und für das aktuelle Dienstgeschehen der deutschen Kollegen. Mit großer Aufmerksamkeit folgte man auch den Ausführungen zur Entstehung der Integrierten Regionalleitstelle Chemnitz, die seit Dezember 2018 für alle 112-Notrufe aus dem Chemnitzer Stadtgebiet sowie dem Erzgebirgskreis und dem Landkreis Mittelsachsen zuständig ist.

Die Besichtigung der Chemnitzer Berufsfeuerwehr zusammen mit Bürgermeister Sven Schulze und Amtsleiter René Kraus bildete für die amerikanischen Feuerwehrmänner allerdings nur den 1. Programmpunkt innerhalb des erlebnisreichen Tages.

Anschließend ging es weiter zu einem typisch erzgebirgischen Mittagessen nach Großrückerswalde, später sind eine Werksbesichtigung bei Norafin in Mildenau (Hersteller von Feuerschutzbekleidung sowie feuerblockenden Materialien) und bei der Ortsfeuerwehr Buchholz mit ihrem Bergbau- und Höhenrettungszug geplant. Außerdem werden die Gäste in das Besucherbergwerk Dorotheastollen einfahren und Untertage eine Bootsfahrt unternehmen. Ein traditioneller Kameradschaftsabend mit Abendessen im Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Cunersdorf soll den eindrucksvollen Tag für die Gäste kulinarisch und musikalisch abrunden.

(SHe)

Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr holte Meistertitel nach Chemnitz

Nach 15 Teilnahmen bei den Deutschen Meisterschaften Höhenrettung und zwei knapp verpassten Siegen hat es nun endlich zum 1. Platz gereicht – die Höhenretter der Chemnitzer Berufsfeuerwehr konnten mit einer spektakulären Leistung am 14. September 2019 in Hamburg den Meistertitel nach Hause holen.

Bei bestem Wetter und mit einer fantastischen Kulisse von vielen tausend Menschen fand der Wettbewerb auf dem dreimastigen Segelschiff „Rickmer Rickmers“ statt, wo unter anderem die Erstversorgung und Rettung verunglückter Matrosen aus 30 Metern Höhe geübt wurde.

Für die Insgesamt 16 angetretenen Mannschaften bestand die zu bewältigende Tagesaufgabe aus drei unterschiedlichen Übungslagen, bei denen sie ihr fachliches Können in vorgegebenen Zeitfenstern beweisen mussten. Unter den kritischen Augen der Schiedsrichter wurden Fehler und Unsicherheiten in der Ausführung oder zeitliche Verzögerungen sofort mit Punktabzug bestraft. Wichtigste Prämisse beim Leistungsvergleich war jedoch nicht Schnelligkeit, sondern maximale Sicherheit beim Arbeiten mit der hochkomplexen Seiltechnik.

Gestartet wurde pro Übung in einem 5er Team: ein Einheitsführer und vier Einsatzkräfte. Die Höhenrettungsgruppe aus Chemnitz war mit insgesamt 8 Kameraden in Hamburg vertreten. Sieben nahmen aktiv am Wettkampfgeschehen teil, ein erfahrener Ausbilder wurde zudem als Schiedsrichter eingesetzt.

Die Wertungsläufe erstreckten sich ab 8:30 Uhr über den gesamten Tag und verlangten den Teams körperlich alles ab. Bis zum Schluss blieb der Wettbewerb spannend, erst 18:00 Uhr war klar, dass sich die Chemnitzer Berufsfeuerwehr als bestes Höhenrettungsteam durchgesetzt hatte. In die Heimat ging es dann mit Wanderpokal, Urkunde und einem speziellen Geschenk der Hamburger - einem Segelschiff in der Flasche.

Ein herzliches Dankeschön wurde den Hamburger Kollegen für die hervorragende Organisation dieses unvergesslichen Kletter-Events ausgesprochen.

Hier die Platzierungen der 16. Deutschen Meisterschaft Höhenrettung:

1. Platz:          Berufsfeuerwehr Chemnitz
2. Platz:          Berufsfeuerwehr Kiel
3. Platz:          Berliner Berufsfeuerwehr
4. Platz:          Berufsfeuerwehr Düsseldorf
5. Platz:          Berufsfeuerwehr Bremerhaven
6. Platz:          Berufsfeuerwehr Essen
7. Platz:          Berufsfeuerwehr Paderborn
8. Platz:          Berufsfeuerwehr Braunschweig
9. Platz:          Berufsfeuerwehr Oldenburg
10. Platz:        Berufsfeuerwehr Hannover
11. Platz:        Berufsfeuerwehr Leipzig
12. Platz:        Berufsfeuerwehr Frankfurt
13. Platz:        Berufsfeuerwehr Köln
14. Platz:        Berufsfeuerwehr Stuttgart
15.Platz:         Berufsfeuerwehr Magdeburg
16. Platz:        Berufsfeuerwehr Bochum

Bürgermeister Sven Schulze besuchte in der darauffolgenden Woche das Höhenrettungsteam der Berufsfeuerwehr beim Training, um den Kameraden persönlich zu ihrem Erfolg zu gratulieren. Er sprach ihnen seinen Respekt und seine Bewunderung für ihre Leistungen aus. In diesem Zusammenhang lobte Amtsleiter René Kraus die langjährige gute Einsatzvorbereitung der Männer.

Der Besuch des Bürgermeisters wurde von der Feuerwehr gleichzeitig für einen Herzenswunsch der Höhenretter genutzt: Sie möchten nach ihrem Sieg 2019 gern den 18. bundesweiten Leistungsvergleich im Jahr 2021 in Chemnitz ausrichten, um zu zeigen, dass man bei den Höhenrettern der Chemnitzer Berufsfeuerwehr stets in guten Händen ist. Herr Schulze sagte zur großen Freude der Kameraden spontan seine Unterstützung für die Durchführung des Wettbewerbs in Chemnitz zu.

Fotos: Feuerwehr Chemnitz
 

(SHe)